Wirtschaftlich dämmen mit Wärmeschutz

Wirtschaftlich dämmen mit Multipor

Faktencheck 12: „Wärmeschutz ist teuer und rechnet sich nicht.“

Ob sich eine Investition in den Wärmeschutz rechnet, ist nicht auf Anhieb zu beantworten. Viele Einflussfaktoren und Randbedingungen spielen bei der Beantwortung der Frage nach dem Ergebnis einer wirtschaftlichen Dämmung eine bedeutende Rolle. Sind die Gesamtkosten einer Maßnahme für die angenommene Lebensdauer (DIN-Normen und VDI-Richtlinien) geringer als die Betriebskosten des vorhandenen Zustands, so ist diese Maßnahme grundsätzlich wirtschaftlich. Viele Objekte sind jedoch bereits teilsaniert, was eventuell das Einsparpotenzial durch die Dämmmaßnahme reduziert. Dies wirkt sich wiederum auf die Berechnung der Wirtschaftlichkeit aus.

Wärmeschutz-Investitionen getrennt betrachten
Werden Instandsetzungsarbeiten, die sowieso anstehen, und Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes gekoppelt, sollten die Kosten getrennt betrachtet werden. Nur so kann beurteilt werden, wann sich die Investition in die energetische Sanierung amortisiert und wirtschaftlich ist. Das heißt, man muss unterscheiden zwischen der Betrachtung der Vollkosten und dem Anteil der energetischen Mehrkosten. Es sollte sich dabei ergeben, dass die Investitionskosten je eingesparter Kilowattstunde geringer sind als die für deren Bereitstellung oder Verbrauch, sodass die Maßnahme der Dämmung wirtschaftlich ist.

Da die Energiepreisentwicklung in der Vergangenheit sehr sprunghaft war, ist die Prognose für die Wirtschaftlichkeitsberechnung unsicher. Deshalb macht es Sinn für die sehr lange Nutzungszeit einen plausiblen, mittleren Energiepreises anzunehmen.

Wirtschaftlich dämmen – mit Unterstützung der Politik.
Bund, Länder und etliche Kommunen bieten Zuschüsse oder zinsverbilligte Darlehen für energetische Sanierungen an. Dies wirkt sich positiv bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung aus. Fällt die energetische Sanierung in die sowieso anstehenden Reinvestitionen, ist sie insbesondere dann wirtschaftlich, wenn der Außenputz oder das Dach ausgebessert oder erneuert werden muss. Dies wird meist nach etwa 30 Jahren notwendig.

Ergebnis Faktencheck 12:
Pauschale Aussagen zur Wirtschaftlichkeit können nicht zuverlässig getroffen werden. Die zu erwartenden Investitionskosten stehen der realitätsnah berechneten Einsparung an Heizkosten gegenüber. Einen klaren Vorteil bietet auf jeden Fall die Wertsteigerung des Objektes, die sich durch eine energetische Sanierung ergibt. So ist die energetische Qualität eines Gebäudes Bestandteil der Wertermittlung.

PDF Download Ausgabe 15 "Wirtschaftlich dämmen mit Wärmeschutz"

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