Biozide sind nicht Bio!

Biozide sind nicht Bio!

Liebe Verbraucher und Bauherren,

nicht überall ist Bio drin, wo Bio drauf steht. Und das gilt im ganz besonderen Maß für Biozide. Umgangssprachlich sind dies chemische oder biologische Wirkstoffe, die gegen Algen und Pilze auf der Fassade eingesetzt werden. Die Produkte werden harmlos „Grünalgenentferner“ zur Reinigung von befallenen Fassaden genannt. Oder „Mauerschutzmittel“ zum vorbeugenden Schutz. Und Putzen und Farben werden sogenannte „Filmschutzmittel“ beigemischt. Doch genau hier sollten Verbraucher hellhörig werden. Denn mit gutem Zureden lassen sich die Algen, die nun mal an anderen Orten wichtige Bestandteile unseres Ökosystems sind, nicht vertreiben. Achten Sie daher auf Angaben wie zum Beispiel „enthält Filmschutzmittel“ oder auf Wirkstoffnamen wie beispielsweise Terbutryn oder Isothiazolinone. Und wer sich unsicher ist, einfach mal Google befragen.

Damit die eingesetzten Biozide wirken können, müssen sie an der Oberfläche verfügbar sein. Doch genau hier liegt das Problem. Die Biozide werden mit dem Regen von der Fassade abgewaschen und landen im Boden und im Grundwasser. Das Umwelt Bundesamt warnt davor, dass gerade frisch gestrichene oder verputzte Gebäude vergleichsweise hohe Konzentrationen in die Umwelt entlassen. Und ausgerechnet die zahlreichen WDVS-Baumaßnahmen zur energetischen Sanierung, so das Bundesamt weiter, habe das Problem verschärft. In die Natur gelangt können negative Auswirkungen auf die Gesundheit nicht ausgeschlossen werden.

Auch die Verarbeitung ist nicht ganz ungefährlich. Wenn Profis ans Werk gehen und die Richtlinien eingehalten werden, so ist das Risiko im Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen beherrschbar. Aber was ist, wenn Laien unbedarft Hand anlegen? Zumindest Sprühnebel bei der Verarbeitung ist genauso zu vermeiden wie Hautkontakt. Streichwerkzeuge dürfen nicht einfach unter fließend Wasser ausgewaschen werden.

Macht es doch gleich von Anfang an richtig. Vermeidung statt Bekämpfung. Dann erledigt sich der Einsatz der chemischen Wirkstoffe von alleine. Denn Wunder kann man von biozidhaltige Fassadenfarben und Putzen nicht erwarten. Die Schutzwirkung ist zeitlich begrenzt, der Wirkzeitraum beträgt etwa 5 Jahre. Spätestens dann müsste neu gestrichen werden.

Das Befallsrisiko lässt sich planerisch und baulich minimieren. An erster Stelle steht der ausreichende Dachüberstand. Dadurch wird die Fassade bei Regen weniger nass, Tropfkanten und Wasser abführende Gesimse sind weitere Maßnahmen, um Wasser von der Fassade fernzuhalten. Bäume und schattenspendende Bepflanzung sollten nicht zu nah an das Haus gepflanzt werden. So wird den Algen das Lebenselixier Wasser entzogen. Generell gilt: Was dauerhaft trocken ist, bleibt in der Regel algenfrei, und was rasch abtrocknen kann, wird weniger befallen.

Fassadensysteme, deren Oberflächen schneller abtrocknen, sind also zu bevorzugen. Das mineralische Multipor Dämmsystem besitzt genau diese Eigenschaften und wird deshalb ohne biozide Ausrüstung von Putz und Farbe geliefert. Und hier gilt insoweit: obwohl (auf Multipor) kein „Bio“ draufsteht, ist mehr „Bio“ drin!

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