Presse

19. Juni 2015

Sonnenterrassen mit Innenraumkomfort

Multipor Schweiz: Objektbericht Villa in Bellerive/VD

Die Villa einer jungen Familie hoch über dem Murtensee gliedert sich in verschiedene Aussichtsplattformen, die sich nach Süden zum Alpenpanorama öffnen. Der Übergang von innen nach aussen ist fliessend, aber jeder Raum bietet Schutz, Geborgenheit und ein angenehmes Raumklima. Das Multipor Innendämmsystem WI von Xella leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Das kleine Wohnquartier, zu dem dieser Neubau gehört, befindet sich unterhalb einer Hangkante, die sich dem Nordufer des Murtensees entlangzieht und mit dem Mont Vully endet. Links und rechts der Siedlung erstrecken sich Weinberge, das Gelände fällt jählings ab zu einem kleinen Waldstück. „Auf der Parzelle haben wir ein Gefälle von gut 17 Metern“, erklärt Architekt Steve Ducret und macht damit klar, dass das steile Terrain bei dieser Bauaufgabe für ihn ein dominierendes Thema war. Zuvor stand auf dem Grundstück ein Ferienhaus, das man als nicht erhaltenswert einstufte. Für den Neubau veranstaltete die Bauherrschaft einen Wettbewerb unter vier eingeladenen Architekturbüros. Steve Ducret setzte sich durch mit der Präsentation eines Kurzfilms, den er zusammen mit dem visuellen Gestalter und Videoproduzenten Janic Eberhard herstellte. „Wir vermittelten ein räumliches Gefühl“, erklärt der Architekt seinen Erfolg. Es war die Stimmung und die intensive Auseinandersetzung mit dem Ort, die den Ausschlag gab.
 
Freie Sicht
Der Bauplatz grenzt bergseitig an die Erschliessungsstrasse. Das Haus wird also von oben erschlossen. Diesen Umstand nutzte der Architekt dazu, die Zufahrt und den Carport als Portal zu inszenieren; über einer Stützmauer, die nathlos in eine klammerartige Brüstung übergeht, schwebt eine massive Dachplatte. Sie wird lediglich in zwei diagonal gegenüberliegenden Eckbereichen durch schmale Stützen in anspruchsvoller Balance gehalten. Diese monolithische, zeichenhafte Betonkonstruktion bildet den Auftakt zum tiefer liegenden Anwesen und die oberste Ebene einer Abfolge mehrerer Terrassen.
Eine Treppe und eine Rampe führen der westlichen Parzellengrenze entlang hinab zum eigentlichen Gebäude und dem anschliessenden Gartengelände. Als erste Station erreicht man das Wohngeschoss. Der Haupteingang ist in die Nordwestecke des Volumens eingerückt. Links von ihm grenzt eine Bambusallee das Haus von der Stützmauer des Carports ab. Mit dem Überschreiten der Schwelle bietet sich den Eintretenden sogleich eine grandiose Aussicht. Denn nicht nur die gesamte Südfront, auch die Eckbereiche des grossen Wohn- und Aufenthaltraums sind geschosshoch verglast. Man fühlt sich auf einer nach Süden orientierten Aussichtsplattform. Die Wohnlandschaft ist nicht in einzelne Räume unterteilt und geht nahtlos in einen Balkon über. Grosse Glasscheiben bieten freie Sicht, lediglich drei schmale Stahlstützen direkt hinter der Fassade tragen nebst den Aussenmauern das Dach, das über den Balkon vorkragt und einen Sonnen- und Witterungsschutz bildet. Alle Fenster lassen sich zur Seite schieben, so dass man die Eckbereiche vollständig öffnen kann. Nach Westen, zum Terrassensitzplatz beim Haupteingang, dosieren schiebbare Holzelemente die Intensität der Sonnenlichteinstrahlung.
Unter diesem „Piano Nobile“ befinden sich die privaten Räume der Familie. Vier Zimmer reihen sich entlang eines Korridors, der über eine einläufige Innentreppe mit dem Entree im Hauptgeschoss verbunden ist. Sie haben aber auch einen direkten Zugang zur Gartenterrasse mit einem Swimmingpool und somit zur Aussenerschliessung entlang der Parzellengrenze. Auch auf dieser Ebene des Hauses reduzierte der Architekt die Lastabtragung im Fassadenbereich auf wenige Punkte, die restlichen inneren Raumgrenzen sind nichttragend. „So kann die Bauherrschaft bei Bedarf den Grundriss immer wieder ändern“, erklärt Architekt Steve Ducret die Massnahme. Das grösste Zimmer mit separatem Bad befindet sich unter der Aussenterrasse des Wohngeschosses.
 
Innendämmung reguliert Feuchtigkeit
Die Konstruktion des Hauses ist klar und konsequent. Wie das portalartige Dach des Carports bereits signalisiert, handelt es sich um einen schnörkellosen Massivbau in Sichtbeton. Die Grundrisse weichen ab vom rechten Winkel; einerseits folgen sie den Parzellengrenzen, andererseits reagieren das vorkragende Dach und der Balkon auf den Verlauf der Sonnenlichteinstrahlung mit einem Knick. Dieser kann auch als Bug gelesen werden und spielt auf die Verwandtschaft des Hauses mit der Grosszügigkeit einer Yacht an. Das Hauptgeschoss kragt allseitig leicht vor und wirkt deshalb als eigenständiger Pavillon über seinem sockelartigen Unterbau.
Konsequent setzte der Architekt bei der Entwicklung der Gebäudehülle auf eine Lösung mit innen liegender Wärmedämmung. Es ergibt sich ein Bild von massiven tragenden Wänden aus Stahlbeton bei dem nichts vorgeblendet ist. Das Bild entspricht der Wahrheit. „Wir haben die statischen Möglichkeiten der Konstruktion vollständig ausgereizt“, kommentiert Steve Ducret sein Konzept der freien Aussicht und der reduzierten Tragelemente. Diese Strategie bedingt, dass die bauphysikalische Lösung in jedem Detail mit dem angestrebten architektonischen Ziel übereinstimmt. Das Multipor Innendämmsystem WI spielte in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Es fügte sich passgenau in die Gesamtlösung ein. „Kein anderes System hätte uns diese Lösung zu vergleichbaren Kosten erlaubt“, zeigt sich Steve Ducret überzeugt. Die diffusionsoffenen und kapillaraktiven Multiporplatten wurden mit einer Stärke bis 24 cm auf Betonböden und -wände geklebt, im Falle des Zimmers unter der Sitzterrasse auch an die Raumdecke. Diese Lösung liess sich bei allen beheizten Innenräumen anwenden, auch bei den Nasszellen im Untergeschoss, die direkt ans Erdreich grenzen. Im Decken- und Wandbereich wurden die Platten systemkonform mit einem Netz versehen und verputzt, bei den Böden, die mit Parkett, Keramikplatten, teilweise auch mit einem fugenlosen Belag versehen wurden, liegt Multipor unter konventionellen Aufbauten und trägt auch dort zum guten Klima bei. Das Material eignet sich auch für aussenliegenden Dämmungen. Davon profitierte Architekt Ducret in Bellerive beim Dachaufbau, bei dem ebenfalls Multipor in zwei Lagen und einer Gesamtstärke von 24 cm zum Einsatz kam.
Steve Ducret kann regelmässig Wohnhäuser mit modernem Villencharakter realisieren. Er stützt sich dabei auf ein selbst erarbeitetes Konstruktionssystem, das sich bewährt hat und ihm einen Wettbewerbsvorteil bietet. Die Multipor-Innendämmung ist seit Jahren ein integraler Bestandteil dieses Systems und hat sich bei früheren Projekten bewährt. Besonders begeistert ist Architekt Ducret von der Fähigkeit von Multipor, als Mineraldämmplatte Feuchtigkeit temporär zu speichern und an die Raumluft zurückzugeben. Die regulierende Funktion sorgt dafür, dass keine Feuchteanreicherung entsteht, die zu Schimmelpilzbildung führen kann. Das positive Feedback früherer Bauherrschaften und auch der verarbeitenden Unternehmen machten Steve Ducret zu einem überzeugten Multipor-Anwender.