Presse

21. April 2015

Heiß diskutiert

Interview mit Matthias Hofmann, Vertriebsleiter Multipor:

"Wärmedämmen lohnt sich nicht", "Die Volksverdämmung" – so schrieb die Presse in den letzten Monaten. Zu teuer, zu ineffektiv, mangelhafte Materialien oder zu wenig nachhaltig lauten dabei die Kritikpunkte. Dass das nicht auf alle Dämmstoffe zutrifft, geht in den Berichten oftmals unter. Matthias Hofmann, Vertriebsleiter Multipor, erklärt welche Auswirkungen die Diskussion für die Vertriebsarbeit seines Teams hat.


Herr Hofmann, schrillen bei Ihnen die Alarmglocken, wenn wieder ein Pressebericht zum Sinn bzw. Unsinn des Wärmedämmens erscheint?
Nein, das tun sie nicht. Denn vor allem die Kritik an den Materialien trifft auf unsere Produkte ja nicht zu. Ganz im Gegenteil: uns spielt das eher in die Hände. Die verbreiteten Bedenken können wir schließlich problemlos ausräumen: Multipor brennt nicht, ist rein mineralisch und damit nachhaltig, und auch Veralgung bzw. Pilzbefall sind bei unseren Dämmsystemen keine Themen. Außerdem ist Multipor spechtsicher. Für den Specht erscheint eine mit Multipor gedämmte Fassade als massive Wand und er hat absolut kein Interesse, dort zu nisten oder nach Futter zu suchen.

Und wie reagieren Sie und Ihr Team auf Einwände in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit von Wärmedämm-Maßnahmen?
Da sind die Einwände der Medien schon berechtigter und hier muss die Diskussion in der Tat differenziert geführt werden. Manche Bauherren denken tatsächlich, mehr ist besser – und das ist nicht so. Alle Xella Außendienstmitarbeiter sind deshalb zertifizierte DEKRA-Energiefachberater und können den Kunden umfassend beraten, in welchen Bereichen Dämmung wirklich notwendig ist und in welcher Form. Denn für eine effektive Verbesserung der Energiebilanz müssen sämtliche Maßnahmen von der Heizung über Fenster bis zu Decken und Wänden analysiert und aufeinander abgestimmt sein. Mit den Xella Marken sind wir da gut aufgestellt und können in vielen Bereichen Systeme und Lösungen anbieten.

Wie gehen Sie denn eigentlich vor, wenn die Medien wieder über den vermeintlichen Dämmwahnsinn berichten?
Die Debatte begleitet uns ja schon seit drei, vier Jahren. In der Anfangsphase haben wir im Vertrieb solche Beiträge zusammen besprochen und diskutiert. Mittlerweile sind alle Mitarbeiter so blitzsauber aufgestellt, dass das nicht mehr notwendig ist.

Wieso nicht?
Unsere Kunden kommen für gewöhnlich ganz bewusst zu uns. Zum Beispiel weil sie zuvor mit EPS-Materialien gedämmt haben, diese nun aber veralgt oder sonst wie ungeeignet sind. Diese Kunden müssen dann nicht mehr grundsätzlich überzeugt werden, sondern es geht mehr um konkrete Lösungen und Systeme für deren Gebäudesituation. Und dass das keine Einzelfälle, sondern Zeichen für ein grundsätzliches Umdenken sind, zeigen die Multipor Wachstumszahlen. Der Markt ist nach wie vor verunsichert und auf der Suche nach Alternativen – und wir stehen bereit.

Und was tun Sie, um die Wahrnehmung von mineralischen Baustoffalternativen seitens der Medien und Verbraucher zu verbessern?
Spannender sind für die Medien natürlich Berichte über Dinge, die nicht gut sind. Aber unsere Pressestelle kommuniziert zum Beispiel regelmäßig Referenzobjekte, um zu zeigen, wie gute Sanierungsprojekte aussehen.
Außerdem haben wir auf der BAU 2015 Rundgänge angeboten, bei denen unsere Produkte erklärt wurden. Und neben der Präsenz auf großen Messen veranstaltet Xella ein Herbstforum für Architekten und Bauträger. Hier halten auch externe Referenten Vorträge und geben einen Überblick über die Entwicklung am Markt.
Zudem wurden sämtliche Vertriebsmitarbeiter von der Dekra als Wohngesundheitsanalysten qualifiziert. Bauherren und Planer können damit noch kompetenter zu den mineralischen Baustoffalternativen und den spezifischen Vorteilen wie Wohngesundheit beraten werden.

Wie wird sich denn Ihrer Meinung nach der Markt entwickeln?
Ich glaube, der Fokus wird sich langfristig weiter zu unseren Gunsten verschieben. Auflagen für Umweltverträglichkeit und Wohngesundheit werden eher noch strenger werden – und das ist gut für uns. Ein Beispiel aus der Schweiz: Hier werden nun Fungizide, die u. a. Putzen beigemischt werden, um Pilzbefall an gedämmten Außenfassaden zu verhindern, verboten, da sie das Grundwasser belasten. Eine Problematik, die es bei Multipor per se nicht gibt.
Und auch der Verbraucherschutz vor Umweltgiften in Baustoffen wird in Zukunft sicher noch an Bedeutung gewinnen – wieder etwas, wo wir punkten können. Denn schon jetzt ist Multipor mit Öko-Labels wie natureplus oder des eco-Instituts ausgezeichnet.
Und auch in punkto Recycling oder beim sommerlichen Wärmeschutz – bei den aktuellen Klimaentwicklungen nicht unerheblich – sind wir gut gerüstet. Wir können also entspannt nach vorne blicken und unseren Weg weiterverfolgen. Wichtig ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen und am Ball bleiben.