Ökologisch dämmen lohnt sich

Ökologisch Dämmen mit Multipor

Faktencheck 5: „Die Herstellung von Dämmstoffen verbraucht mehr Energie als diese einsparen.“

Wird mit der Herstellung von organischen und mineralischen Dämmstoffen energetisch mit „Kanonen auf Spatzen“ geschossen? Diese Frage kommt auf, wenn man die Energieeinsparung durch die Dämmstoffe im verbauten Zustand dem Primärenergiebedarf für deren Herstellung gegenüberstellt.

So viel vorab:
Dämmstoffe, die aus wenig bearbeiteten Stoffen wie Hobelspäne oder Zellulosefasern bestehen, benötigen bei der Produktion weniger als 100 kWh/m³. Wohingegen mineralische Dämmstoffe wie Schaumglas oder auch PU und XPS bis zu 1.300 kWh/m³, also dreizehnmal so viel Energie, verbrauchen.

Ökologisch dämmen und Energie sparen
Um herauszufinden, wann sich ein Dämmstoff energetisch amortisiert, wird die Einsparung an Primärenergie bei der Herstellung mit der dämmenden Wirkung am Gebäude verglichen. Die energetische Amortisationszeit liegt meist unter zwei Jahren. Die Einflussgrößen sind: Klima des Standortes, Ausgangsniveau, Dämmstoffdicke und -art, Beheizungsart und Energieträger. Wählt man geeignete Dämmstoffe, lässt sich der die energetische Amortisation oft auf weniger als ein Jahr senken. Bei der Herstellung organischer Dämmstoffe wie Zellulose, Hanf oder ähnliches benötigt man nur bis zu 50 kWh/m³ Primärenergie, sodass sich der Herstellungsenergieaufwand bereits nach wenigen Monaten amortisiert hat.

Ergebnis Faktencheck 5:
Selbst die energetisch ungünstigste Kombination aus aufwändigen Dämmstoffen und hoher Dämmstoffdicke hat maximale Amortisationszeiten von unter fünf Jahren. Dies ist jedoch nur ein Teil der gesamten Lebens- und Dämmdauer und führt zu dem Ergebnis, dass alle organischen und mineralischen Dämmstoffe mehr Energie einsparen als sie verbrauchen.

PDF Download Ausgabe 8 "Ökologisch dämmen lohnt sich"

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