Massives Mauerwerk contra Fassadendämmung

Wärmedämmung Multipor

Faktencheck 11: „Wärmedämmung verhindert die Sonneneinstrahlung auf das Mauerwerk und damit deren Beitrag zur Energieeinsparung.“

Immer wieder diskutiert: Die Behauptung, dass die Kraft der Sonneneinstrahlung auf eine ungedämmte, massive Hauswand zur Erwärmung des Innenraums beiträgt. Um dieses Vorurteil, das häufig propagiert wird, auszuräumen, führt das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) diese wissenschaftliche Auseinandersetzung seit Jahrzehnten.

Sonne hat kaum Auswirkung auf Wärmedämmung
Prof. Andreas Wagner, KIT, führte hierzu eine Simulation durch: Eine ungedämmte Südwand aus massiven Ziegeln mit einer Stärke von 36,5 cm weist von Oktober bis März einen Wärmeverlust von 102 kW/m² auf, der aus den solaren Gewinnen abzüglich der Transmissionswärmeverluste resultiert. In derselben Zeit beträgt der Wärmeverlust ohne Sonneneinstrahlung 109 kW/m². Das zeigt, dass der Solareintrag kaum eine mindernde Wirkung auf den Wärmeverlust nach außen hat.

Fügt man eine 15 cm dicke Fassadendämmung hinzu, verringert sich der daraus resultierende Wärmeverlust immens: auf 14 kWh/m² mit Solareintrag auf die Wand und auf 15 kWh/m² ohne den Einfluss der Sonne. Das bedeutet, dass eine gute Fassadendämmung auf traditionellem Mauerwerk den Wärmeverlust wirksam herabsetzt – wie in diesem Beispiel um circa 86 Prozent. Ganz im Gegensatz zur ungedämmten Wand, die bei optimaler Solareinstrahlung den Wärmeverlust um nur sieben Prozent reduziert.

Ergebnis Faktencheck 11:
Massive Außenwände tragen kaum zur Wärmedämmung bei. Wesentlich wirksamer ist es, die Solarenergie auf der gedämmten Außenwand aktiv zu nutzen. Dies ist über ein Photovoltaiksystem oder thermische Solarkollektoren möglich.

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