Luftaustausch ist lebensnotwendig

Luftaustausch ist lebensnotwendig

Faktencheck 1: Häuser müssen atmen

„Häuser müssen atmen“ – diese Behauptung, die durch einen Messfehler von Pettenkofer vor 140 Jahren entstand, kann zu Missverständnissen führen. Luftaustausch findet nicht durch verputzte Wände statt, sondern nur durch Fugen von Fenstern und Türen sowie durch unverputzte Bauteilfugen. Je schlechter die Wärmedämmung eines Gebäudes ist, desto öfter muss gelüftet werden. Denn vor schlecht gedämmten Wänden ist die Raumluft kühler und kann so weniger Feuchtigkeit aufnehmen.

Auch wenn die heutigen Bauteilaufbauten luftdicht sind, diffundiert die Feuchtigkeit. Die „Atmung“ von Bauteilen beschränkt sich lediglich auf die Fugen, was die Gefahr der Tauwasseransammlung in sich birgt. Deshalb muss das Bauteil mit entsprechender Wärmedämmung so geplant werden, dass eine dauerhafte Feuchtigkeitsansammlung im Innern vermieden wird.

Feuchtigkeitspuffer ja – Luftaustausch nein
Offenporige Innenoberflächen von Wänden und Möbeln sind in der Lage, kurzfristig Luftfeuchtigkeit als Puffer aufzunehmen. Jedoch wird sie nicht nach außen geleitet. Sinkt die Feuchte der Raumluft, löst sich der angelagerte Wasserdampf und wird an den Raum abgegeben. Das setzt natürlich voraus, dass die Oberflächen nicht versiegelt sind. Doch Vorsicht an kritischen Wärmebrücken, wie zum Beispiel schlecht gedämmte Fensterstürze! Da dort die Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche länger haftet, kann sich so schneller Schimmelpilz bilden.

Ergebnis Faktencheck 1:
Ein Luftaustausch über eine „atmende Wand“ entbehrt jeder Grundlage. Bei einer Sanierung oder Umnutzung ist es entscheidend, Wärmebrücken durch eine entsprechende Wärmedämmung zu minimieren. Baurechtliche Normen fordern seit Langem abschließend zu prüfen, wie der notwendige Luftaustausch erfolgen soll.

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