Fassadendämmung auch bei massiven Mauern

Faktencheck 9: „Dicke Wände alter Häuser dämmen schon genug.“

Faktencheck 9: „Dicke Wände alter Häuser dämmen schon genug.“

Bei Altbauten, gerade auch bei historischen Gebäuden, sind Wanddicken von 60 cm keine Seltenheit. Oft wurden Vollziegel oder Bruchsteine verarbeitet, was dem Gebäude eine massive Wirkung verleiht. Schließt man daraus, dass dicke Mauern auch für eine gute Wärmedämmung sorgen, liegt man allerdings falsch.

Zwar speichern diese Materialien Wärme sehr gut, jedoch geben sie sie auch ebenso gut wieder ab. U-Werte unter 1 W/m²K sind eine absolute Ausnahme und für die Wärmedämmung nicht ausreichend. Für heutige Nutzungsbedingungen muss dies in der Regel schon allein aus Gründen des Bautenschutzes verbessert werden.

Wärmeverluste drastisch senken

Die hohe Speicherkapazität dicker Mauern verlangsamt lediglich die Aufwärm- und Abkühlvorgänge, sie sorgt jedoch nicht für eine Wärmedämmung. Eine zusätzliche Fassadendämmung erreicht beeindruckende Dämmwerte – sie senkt die Wärmeverluste um 80 bis 90 Prozent. Im Sommer schützt die massive Speichermasse vor Erwärmung der Innenräume: Tagsüber speichert sie die Wärme, die im Raum anfällt, und gibt sie nachts über Nachtlüftung an die Außenluft ab. Dem steht die Fassadendämmung nicht im Weg, da für diesen Zyklus nur etwa die ersten 10 cm zur Rauminnenseite relevant sind.

Ergebnis Faktencheck 9:

Im Sommer sind dicke und massive Wände von Vorteil, weil sie die Räume kühl halten. Im Winter jedoch bringen sie als Wärmedämmung nicht den gewünschten Effekt. Deshalb ist eine Fassadendämmung auch bei Altbauten ratsam.

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