Das Dämmbuch | 3. Auflage

Multipor Wärmedämm-Verbundsystem WAP Allgemeine Einführung und Planung 3.0 3.1 konstruktion erfolgt eine Aufwer- tung um bis zu 2 dB, womit es insbesondere im tieffrequenten Lärmbereich (Verkehrslärm) zu den besten Dämmsystemen gehört. Und: In zahlreichen Untersuchun­ gen konnte keine Verschlechterung des bewerteten Schalldämm- Maßes festgestellt werden. Schallschutz nach der bau­ aufsichtlichen Zulassung Gemäß der bauaufsichtlichen Zulassung Z-33.43-596, die für das Multipor Wärmedämm-Verbundsystem WAP ausschlaggebend ist, gilt folgende Gleichung, um den Schallschutznachweis für das bewertete Schalldämm-Maß R W der Wandkonstruktion zu führen: R W = R W,O + ∆ R W mit R W,O Bewertetes Schalldämm-Maßes der Massivwand ohne WDVS ∆ R W Korrekturwert wie folgt: ∆ R W = 0 dB bei Trägerwänden mit einer flächenbezogenen Masse ≥ 300 kg/m², einer Dämmstoffdicke von 60 mm und einem Putzsystem mit einer flächenbezogenen Masse ≤ 10 kg/m² ∆ R W = –2 dB bei allen anderen Konstruktionsvarianten Die Korrekturwerte beinhalten – entsprechend der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-33.43-596 – einen pauschalen, durch das DIBt festgelegten, Sicherheitsbeiwert von -2 dB, der auf die Prüfwerte angewandt wurde. Gemäß den zuvor genannten Versuchen führt ein Multipor Wärmedämm-Verbundsystem WAP in der Realität je- doch nicht zu einer Verschlechterung. Spektrumanpassungswerte Die Schallwahrnehmung ist ein komplexer Prozess und hängt von vielen Faktoren ab. Die hierbei wichtigsten Größen zur Kennzeichnung von Schallsignalen sind die hörbaren Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hz und der Schall­ druck. Wärmedämm-Verbundsysteme müssen daher ihre schalltechnischen Schutzfunktionen gegenüber dem Außenlärm nachweisen, wobei den maßgebenden Geräuschanteil fast immer der Verkehrslärm liefert. Die wesent- liche Differenz zwischen Verkehrs- und Innengeräuschbelastung resultiert aus den unterschiedlichen und fre- quenzabhängigen Schalldämm-Maßen, wie sie sich bei der Kombination von tragendem Mauerwerk und Wärme- dämmung ergeben. Die beiden unterschiedlichen Einwirkungen sorgen mitunter für den subjektiven Bewohnereindruck, einen mangelhaften Schallschutz zu erleben, selbst wenn die gesetzlichen Schallschutzanfor- derungen eingehalten sind. Zur realitätsnahen Erfassung der menschlichen Geräuschwahrnehmung hat die DIN EN ISO 717-1 im Jahr 1997 die sogenannten Spektrumanpassungswerte eingeführt. Dabei steht der Anpassungswert C für Wohnaktivität und der Anpassungswert C tr für Verkehrslärm. Wandaufbau Schalldämm-Maß [R w ] Veränderung Schalldämm-Maß  [R w ] gegenüber Rohwand Silka Kalksandstein d = 17,5 cm Rohdichte = 1.800 kg /m³ + 6 cm Multipor WDVS + 20 cm Multipor WDVS 52 dB 54 dB 52 dB (+2) dB (+/−0) dB Ytong Porenbeton d = 24 cm Rohdichte = 350 kg /m³ + 20 cm Multipor WDVS 46 dB 46 dB (+/−0) dB Tabelle 7: Prüfergebnisse von Schallmessungen 50 Multipor WAP

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